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Jeden Sonntag feiern wir neu Gottesdienst. Dabei fällt auf: Einiges hört man immer wieder, anderes ändert sich.
Sind die Elemente des Gottesdienstes willkürlich? Oder verbirgt sich in ihrer Anordnung eine Struktur? Was und wieso aber ändert sich von Gottesdienst zu Gottesdienst?
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Jeder Gottesdienst hat eine Struktur, die wir Liturgie (nach griech. leitourgia = Dienst) nennen. Dieser Dienst wird im Gottesdienstbuch, der Agende (nach lat. agenda = was zu tun ist) festgehalten. Die Agende enthält den Aufbau, Texte und Handlungen, d.h. den Ablauf des Gottesdienstes.
Dabei ist der Gottesdienst aufgeteilt in:
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gleichbleibende Stücke das Ordinarium (lat. ordinarium = ordnungsgemäß) z. B. Ehre sei dem Vater, Kyrie, Ehre sei Gott in der Höhe
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wechselnde Stücke das Proprium (lat. proprium = eigentümlich, individuell) z. B. Lesung, Lieder, Tagesgebet
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Hier der Ablauf des Gottesdienstes in der Kreuzkirche, der je nach Anlass auch variiert werden kann:
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Teil A Eröffnung und Anrufung
Glockengeläut Musik zum Eingang Begrüßung der Gemeinde Eingangslied Ehre sei dem Vater (Gloria patri nach lat = Ehre [sei] dem Vater, z. B. in Psalm 41,14) Anrufungen: * Kyrie Eleison - Herr, erbarme dich * Christe Eleison - Christus, erbarme dich * Kyrie Eleison - Herr, erbarme dich Ehre sei Gott in der Höhe Der Herr sei mit euch Tagesgebet (oder Kollektengebet nach lat. colligare = zusammensammeln; im Kollektengebet wird der erste Teil des Gottesdienstes zusammengesammelt, abgeschlossen)
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Teil B Verkündigung und Bekenntnis
Epistellesung (Epistel nach griech. epistulä = Brief; gemeint sind die Briefe aus dem neuen Testament) Halleluja (nach hebräisch halelu-Jah = lobpreiset Jah[weh]) Graduallied (nach lat. gradus = Stufe; wurde früher auf den Stufen der Kanzel vom Liturg gesungen) Evangeliumslesung (nach griech. euangelium = gute Botschaft oder Nachricht) Liturg: Ehre sei dir, Herr. Gemeinde: Lob sei dir, Christe. Glaubensbekenntnis Predigtlied Predigt (nach lat. praedicatio = verkündigen) Predigtnachlied Abkündigungen Dankopfer (Kollekte) Fürbitten (wenn nicht im Abendmahl) Vaterunser (wenn nicht im Abendmahl)
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Teil C Abendmahl
Aufforderung zum Lob (Präfation; nach lat. praefatio = Eingangswort, Vorgebet) L: Der Herr sei mit euch G: und mit deinem Geiste. L: Die Herzen in die Höhe. G: Wir erheben sie zum Herrn. L: Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott. G: Das ist würdig und recht. Dreimalheilig (sanctus, lat. = heilig) (Vaterunser) Einsetzungsworte: L: Unser Herr Jesus Christus (Mat. 26, 17 - 29) Lamm Gottes (Agnus dei; lat. = Lamm Gottes) Austeilung Dankgebet
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Teil D Sendung
Fürbitte (falls nicht schon früher) Segen Lied Musik zum Ausgang
Zum Ablauf des Gottesdienstes können Sie auch im Evangelischen Gesangbuch viel Interessantes nachlesen. Es steht ganz am Anfang, ab Nr. 01.
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Wer Orientierung sucht, ist in einer Kirche sehr gut aufgehoben. In vielen alten Kirchen ist der Altar im Osten der Kirche: Richtung Orient. Richtet der Mensch sich dorthin aus, ist er wortwörtlich orientiert. Die Orientierung erhält der Mensch aber nicht automatisch, denn oft geht man an einem Seiteneingang der Kirche hinein und muss sich in der Kirche zum Altar wenden. Wer sich zu Gott auf den Weg macht, muss sich orient-ieren und wird orientiert.
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