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“Welch ein leidig Instrument die Orgel sei, ist mir gestern Abend in dem Chor von St. Peter recht aufgefallen, man begleitete damit den Gesang bei der Vesper; es verbindet sich so gar nicht mit der Menschenstimme und ist so gewaltig.“ (Johann Wolfgang v. Goethe, Italienische Reise III, 7.3.1788)
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Bei allem Respekt vor Goethe – vielleicht hätte sein Urteil anders gelautet, wenn er die Schuke-Orgel in der Kreuzkirche gekannt hätte. Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie schön dieses Instrument mit der menschlichen Stimme harmonieren kann, ist die Messe in D-Dur für Chor und Orchester von Antonín Dvořák, aus der Teile im Festgottesdienst am 4. November 2007 zu hören waren. Besucher der Kreuzkirche erleben Sonntag für Sonntag die außergewöhnliche Klangvielfalt und –schönheit der Orgel im Gottesdienst – musikalische Highlights auf hohem Niveau, einfach so nebenbei. Darüber hinaus lässt sich die ganze Fülle der Orgelliteratur in Konzerten entdecken, wie beispielsweise in der Reihe „Wolfsburger Kantoren an der Schuke-Orgel“. Die Presse schwärmte nach dem Konzert von Friederike Hoffmann am 20.03.07 von „glänzend hellen Klängen“, von „klarer Durchsichtigkeit“, genoss die „helle, weich schwingende Stimmung“ und bestaunte „neue Klangerfahrungen“.
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Das nicht nur den Ohren, sondern auch den Augen Genuss bietende Instrument wurde durch die weltweit renommierte Orgelbauwerkstatt Karl Schuke erbaut. Grundlage waren detaillierte Entwürfe des Kreuzkirchen-Architekten Gustav Gsaenger. Der 1950 in Berlin gegründete Betrieb hat seine Heimatstadt um zahlreiche Orgeln bereichert, darunter die Orgel der Gedächtniskirche und die Konzertorgel in der Philharmonie. Eine weitere Konzertorgel wurde für die Alte Oper in Frankfurt am Main gebaut. Als besondere Ehre empfand Karl Schuke den Auftrag für die Erlöserkirche in Jerusalem.
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Hier sehen Sie Mitarbeiter der Orgelbauwerkstatt und, als zweiten Mann von rechts, Pastor Münzenberg.
Wir haben eine kleine Orgelbau-Galerie zusammengestellt, in der Sie einmalige Bilder vom Bau der Schuke-Orgel in der Kreuzkirche sehen können. Bitte klicken Sie auf das Bild!
An dieser Stelle sei herzlich Bernd Boie für die Bilder gedankt, der von 1958 - 1963 Kantor an der Kreuzkirche war.
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Details zur bemerkenswerten Registervielfalt der Schuke-Orgel erfahren Sie in diesem PDF.
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Etwas Orgelbautheorie
Das Pfeifenwerk setzt sich aus Holz – und Metallpfeifen zusammen. Man unterscheidet zwischen Labialpfeifen und Zungenpfeifen (Lingualpfeifen), wobei die Labialpfeife die am häufigsten verwendete Pfeife ist. Sie ist in ihrem Aufbau der Blockflöte sehr ähnlich, nicht nur bezüglich des Aussehens, sondern auch in der Tonerzeugung: Der Wind strömt in den Pfeifenfuß und wird durch die obere Kernspalte gepresst, wodurch eine Resonanzschwingung im oberen Teil der Pfeife entsteht.
Zu den Labialpfeifen gehören alle Flöten, Prinzipale, die Mixturen und die sog. Aliquoten, d.h. Register mit einem Oberton wie z. B. Nassat 2 2/3.
Bei der Zungenpfeife ist die Tonerzeugung einem Rohrblattinstrument ähnlich (z.B. einer Klarinette oder Oboe): Hier bringt der Luftstrom eine Metallzunge zum Schwingen. Der so erzeugte Ton wird durch einen trichterförmigen oder zylindrischen Aufsatz verstärkt.
Zungenregister sind Trompete, Fagott, Krummhorn, Schalmei und Bärpfeife, sehr charakteristische, klanglich auffällige Register, durch die der Plenoklang zusammen mit den Mixturen seine helle, festliche Note bekommt.
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Die Orgel „ist so gewaltig“? Ja, das kann und will die „Königin der Instrumente“ durchaus manchmal sein, wie bei besonders festlichen Anlässen. Werden jedoch z. B. die Register als Instrumente einzeln gespielt, ermöglicht sie auch zartes, kammermusikalisch filigranes Spiel. Trifft Orgelbaukunst dann noch auf einen Menschen, der die Pfeifen nicht nur mit fachkundigen Händen und Füßen, sondern auch mit dem Herzen zum Klingen zu bringen vermag, entfaltet sich Musik, die in ihrem Reichtum ihresgleichen sucht.
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